Ziel der Genossenschaft des Weltladens St. Ingbert

Der Zweck unserer Genossenschaft ist in unserer Satzung in § 2 definiert (siehe auch Satzung im Download-Bereich dieser Seite):

  1. Zweck der Genossenschaft ist die Betreuung und Förderung ihre Mitglieder derart, daß diese den im Folgenden genannten Gegenstand des Unternehmens Weltladen bestmöglich im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten umsetzen können.

  2. Gegenstand des Unternehmens ist

    • der Handel mit fair gehandelten Waren sowie mit das Sortiment ergänzenden ökologisch erzeugten Produkten und die Verbreitung von Informationsmaterial zu diesen Themenbereichen. Handelspartner beim Bezug der Waren und sonstiger Gegenstände sind vor allem auf dem Weltmarkt benachteiligte Produzenten, insbesondere aus der Dritten Welt;
    • die Verbesserung der Absatzmöglichkeiten fair gehandelter Produkte,
    • die entwicklungspolitische Bildungs‐ und Informationsarbeit für die Mitglieder.

Als Grundlage ihrer Arbeit dient den Mitgliedern des Weltladen-Dachverbands seit 1998 die "Konvention der Weltläden". Das Grundsatzpapier gilt für Produzenten, Importeure und Weltläden gleichermaßen. 2010 wurde die Konvention überarbeitet und gibt nun sieben Standards vor, die sich an den Prinzipien der World Fair Trade Organization WFTO orientieren:

  • Handelspraktiken: Kooperation aller beteiligten Akteure, Vermeidung unfairen Wettbewerbs, keine Gewinnmaximierung auf Kosten anderer, faire Preise, Reinvestition der Überschüsse, fristgerechte und professionelle Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen
  • Arbeitsbedingungen: Sozialverträglichkeit im Herstellungs- und Vermarktungsprozess (Arbeitszeiten und -bedingungen, Bezahlung, soziale Absicherung), Ausschluss von Diskriminierung, Ausschluss von ausbeuterischer Kinderarbeit und Zwangsarbeit, Recht auf Gewerkschaftsfreiheit
  • Transparenz: Produzenten, Importorganisationen und Weltläden geben ihren Handelspartnern Einsicht in Zielsetzungen, Organisationsstruktur, Entscheidungsprozesse, Besitzverhältnisse, finanzielle Situation, Handelswege und Handelskriterien
  • Bildungs- und Informationsarbeit: Vermittlung von Informationen über Produkte, Produzenten, Wege des Produkts zum Verbraucher, Rahmenbedingungen und Machtverhältnisse im Welthandel, Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Öffentlichkeitsarbeit: Pressearbeit, politische Kampagnen und Werbung, um die Ziele des Fairen Handels zu vermitteln
  • Umweltschutz: größtmögliche Umweltverträglichkeit bei Produktion und Vermarktung (Energieverbrauch, Müllentsorgung, Verpackungsmaterialien), Wahl der Transportwege und -mittel nach sozialen und ökologischen Aspekten
  • Ergänzungsprodukte: möglicher Verkauf von Produkten aus sozial- und umweltverträglicher Herstellung, deren Hauptrohstoffe nicht von Handelspartnern im Süden stammen (zum Beispiel Recyclingpapier oder regionale Bioprodukte), Ergänzungsprodukte und Informationsmaterialien zur Weltladen-Arbeit nehmen jedoch nicht mehr als 25 Prozent der Regalfläche ein.

Der Weltladen-Dachverband versucht, mit Hilfe eines Lieferantenkatalogs den Weltläden die Auswahl ihrer Zulieferer zu erleichtern. Firmen und Organisationen, die in dieses Verzeichnis aufgenommen werden möchten, müssen nachweisen, dass sie Fairen Handel im Sinne der Weltläden betreiben und die Regeln der Weltladen-Konvention einhalten.